Diese Woche hat der Hessische Landtag endlich den Haushalt 2026 beschlossen. Initiativen und Veranstalter*innen, die im Herbst 2025 fristgerecht Anträge auf Projektförderung für das 1. Halbjahr 2026 gestellt hatten, müssten jetzt eigentlich umgehend Nachricht vom HMWK erhalten.
Es gehört mittlerweile zu den Besonderheiten Hessens, dass zwar Projektanträge gestellt werden können, das HMWK diese aber nicht bearbeitet, weil man stets erst auf die Verabschiedung des Haushalts wartet (auch wenn der Projektzeitraum ja bereits längst läuft). Für die Freie Szene in Hessen heißt das, dass Veranstaltungen im ersten Halbjahr praktisch ohne Förderzusagen geplant werden müssen.
Bis 2024 ließ sich das HMWK bei der Vergabe der Projektmittel und des hessischen Jazzpreises von der „Jazzjury“ beraten. Diese Jazzjury wurde aufgelöst, und über die Vergabe der Projektmittel berät nun ein genreübergreifender Fachbeirat, dessen Zusammensetzung aber vom HMWK geheim gehalten wird. Auch das neue Gremium, das dem HMWK den Vorschlag zum Hessischen Jazzpreis macht, unterliegt der Geheimhaltung. Ebenfalls unbekannt ist die Höhe des Budgets, das in Hessen für Projektanträge zur Verfügung steht.
Der Jazzverband Hessen fordert vom HMWK mehr Transparenz bei der Vergabe dieser steuerfinanzierten Förderungen.
Teil der hessischen Jazzförderung war bis 2024 auch das jährlich stattfindende Hessische Jazzpodium. Im letzten Jahr 2025 fiel es überraschend und unangekündigt dem Rotstift zum Opfer – wir haben in unserem Newsletter dazu berichtet. Für das laufende Jahr 2026 sind uns als Jazzverband bereits Bewerbungen von Initiativen bekannt, die das Jazzpodium gerne ausrichten möchten – wir hoffen also, dass sich das HMWK entschließen wird, das Jazzpodium doch beizubehalten.
